Was wir wollen

Pädagogische Zielsetzung

  In unserer pädagogischen Arbeit wollen wir Kinder und Jugendliche stark machen für das Leben. Dabei gilt es oftmals, bei Einzelnen Defizite aufzuarbeiten und Fehlentwicklungen abzubauen. Gezielte pädagogische Maßnahmen – eingebaut in eine dokumentierte Erziehungsplanung – bewirken mit der Zeit erfreulich spürbare Erfolge. Die Atmosphäre in der Gruppe, in der sich jede und jeder wohlfühlen kann und geborgen weiß, trägt ebenfalls mit dazu bei, die Persönlichkeit nachreifen zu lassen. Erwähnenswert ist auch der positive Einfluss, der durch beständige Bezugspersonen und das gesamte Umfeld im Kloster Moosen gegeben ist. Die Zielsetzung der Einrichtung wird von allen mitgetragen.

Die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und einschlägigen Richtlinien sowie die Umsetzung der Rahmenleistungsvereinbarung für stationäre Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe in Bayern wird in vollem Umfang gewährleistet.

 
 

Unser Profil

  Die spezifische Zielsetzung unserer pädagogischen Arbeit deckt sich mit den vier Schwerpunkten im Leitbild für die pädagogischen Einrichtungen in der Bayerischen Provinz der Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau:
• verantwortungsvoller Umgang mit der Schöpfung
• geschlechtergerechte Erziehung
• Dialog der Kulturen und Religionen
• Sorge um Benachteiligte.

Diese Schwerpunkte führen in unserer Zeit den pädagogischen Ansatz der Ordensgründerin Maria Theresia von Jesu Gerhardinger (1797-1879) fort. Als herausragende Pädagogin prägte sie maßgeblich das bayerische Schulsystem im 19. Jahrhundert.

   
 

Verantwortungsvoller Umgang mit der Schöpfung
Wir leben aus der Überzeugung, dass die Schöpfung gut ist und jeder Mensch in seiner Einmaligkeit von Gott gewollt und bejaht ist. Diese Haltung bestimmt unseren Umgang miteinander und unser Verhältnis zur Umwelt.

Das bedeutet unter anderem für unseren Alltag:
- Gottes Schöpfung als Geschenk erleben, z. B. die Schönheit der Natur bewundern, den Sternenhimmel beobachten
- in der ländlichen Umgebung Jahreszeiten bewusst wahrnehmen, das Leben auf dem Bauernhof erfahren
- den großen Obst- und Gemüsegarten als Lieferanten für gesundes Essen schätzen und mithelfen bei der Pflege, z. B. Garten sauber halten, Äpfel pflücken
- einen verantwortungsvollen Lebensstil einüben, z. B. mit Licht, Heizung und Wasser sorgsam umgehen, Abfall vermeiden, alltägliche Wege nach Möglichkeit zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen


 
Geschlechtergerechte Erziehung
In ihrer naturgegebenen Verschiedenheit sehen wir Mann und Frau gleichwertig und gleichberechtigt. Entsprechend schätzen wir Buben und Mädchen als gleichwertig in ihrer Persönlichkeit und unterstützen sie, ihre jeweilige Identität zu finden.

Das bedeutet unter anderem für unseren Alltag:
- geeignete Schullaufbahn und Ausbildung unabhängig vom Geschlecht
- individuelle Interessen fördern, z. B. Musikunterricht und Maltherapie im Haus, kreative Beschäftigungen, Reittherapie, Sport im Verein
- keine geschlechterspezifische Trennung der Spielsachen wie Puppen und Autos
- alle übernehmen abwechselnd häusliche Tätigkeiten wie Küchendienst, Schlafzimmer reinigen, Betten überziehen, einkaufen für das Abendessen, kochen, Kuchen backen, im Garten zusammenarbeiten
- individuelle Aufklärung für Buben und Mädchen, Privatsphäre im jeweiligen Schlafzimmer



 
Dialog der Kulturen und Religionen
Unsere Einstellung und damit unsere Wertevermittlung ist geprägt vom christlichen Welt- und Menschenbild. Wir sehen den christlichen Glauben als Fundament für das Leben, das trägt und zugleich frei macht, Menschen mit anderen Überzeugungen offen zu begegnen.

Das bedeutet unter anderem für unseren Alltag:

- jedes Kind in seiner Würde achten, unabhängig von Konfession oder Weltanschauung
- Kindern und Jugendlichen Wertschätzung und Annahme schenken und sie mit ihren Sorgen und Schwierigkeiten ernst nehmen und Hilfestellung geben
- Erfahrungen des Scheitern bewältigen helfen, einander vergeben und verzeihen
- zur eigenen Glaubensüberzeugung stehen lernen und sie leben: Tischgebet, Abendgebet bei jedem Kind einzeln am Bett mit Tagesrückblick, Lied oder kleiner Geschichte, sonntäglicher Gottesdienst, Kindergottesdienst in der Pfarrei musikalisch mitgestalten, freiwilliger Ministrantendienst
- Feste im Jahreskreis feiern, zu Geburts- und Namenstagen gratulieren
- andere Kulturen und Weltanschauungen kennen lernen und tolerieren
 
Sorge um Benachteiligte
Das Vorbild der umfassenden Sorge Jesu um das Wohl des Menschen macht sensibel für die vielfältigen Formen der Benachteiligung in unserer Gesellschaft. Wir wollen alles unternehmen, um unseren oftmals seelisch beeinträchtigten, zu kurzgekommenen Kindern und Jugendlichen eine Chance zu eröffnen, als Erwachsene ein eigenständiges und glückliches Leben zu führen.

Das bedeutet unter anderem für unseren Alltag:
- bewusst Zuwendung und Geborgenheit schenken
- zuverlässige Bindungen ermöglichen durch konstantes Erzieherteam; die Heimleiterin lebt als Ordensschwester mit den Kindern in der Gruppe
- „Mehrgenerationenhaus“ schafft familienähnliches Umfeld
- kompetente Hilfe anbieten

 
Vernetzung – Zusammenarbeit - Verbindungen
Um die Kinder und Jugendlichen möglichst optimal fördern zu können, sehen wir Zusammenarbeit und Vernetzung auf verschiedenen Ebenen als sehr wichtig an.
- Grundlegend ist eine vertrauensvolle Zusammenarbeit innerhalb des Teams.
- Das Zusammenwirken mit den Einrichtungen im Kloster Moosen – Kloster, Hort und Naturheilpraxis – weitet den Kreis der Kinder und bereichert ihre Lebenswelt.
- Enger Kontakt zu den Erzieherinnen des Kindergartens, den Lehrkräften der verschiedenen Schulen und den Meistern der beruflichen Ausbildung kommt den Kindern bzw. Jugendlichen zugute.
- Eine gute Zusammenarbeit mit den Jugendämtern ist für uns unabdingbar.
- Fachdienste und therapeutische Beratung werden bei Bedarf in Anspruch genommen.
- Gezielte Einbeziehung der Eltern bzw. Erziehungsberechtigten in die Erziehungsarbeit ist uns ein großes Anliegen.
- Integration in das soziale Umfeld am Ort (Freunde, Vereine, öffentliche Veranstaltungen) wird gewünscht und gefördert.
- Öffentlichkeitsarbeit (jährliches Sommerfest, Malausstellungen, Pressearbeit) schafft Kontakte und festigt Beziehungen.
- Treffen und verschiedene Kontaktmöglichkeiten halten die Verbindung mit Ehemaligen aufrecht.